Sicherer Hafen Vaihingen an der Enz

 

 

Vaihingen und Hafen? Was soll das denn? Das geht doch gar nicht - und dann an der Enz?

Doch, es geht und dazu muss nicht einmal die Enz umgebaut werden – wir müssen nur „JA“ sagen. Aber der Reihe nach.

 

Es geht um Menschen in Not, es geht um das Mittelmeer. Trotz scheinbarer politischer Bemühungen (MALTA-Abkommen, Reaktivierung von FRONTEX …) hat sich nichts geändert. Nach Angaben von UNHCR Deutschland haben im Jahr 2019 bis Anfang Dezember ca. 94.000 Menschen die Flucht über das Mittelmeer nach Europa riskiert, wohl mehr als 1.200 Menschen sind dabei auf der Flucht ertrunken – insgesamt seit 2014 durchschnittlich täglich 6, mehr als 40.000 - viermal Vaihingen (Kernstadt) oder 10.000 mehr als Vaihingen gesamt! Zivile Seenotrettungsschiffe können nur einen verschwindend geringen Teil retten, ihre Arbeit wird zudem immer noch erschwert und kriminalisiert. Über 8.000 Flüchtlinge wurden von der libyschen Küstenwache nach Libyen zurückgebracht, wo sie in Lagern nachweislich schlimmsten menschenunwürdigen Bedingungen ausgesetzt sind (Folter, Sklaverei, Vergewaltigung, Mord). Oder sie landen in Lagern auf griechischen Inseln, in denen unvorstellbare Zustände herrschen - z. B. Samos: offizielle Kapazität 600, derzeit mehr als 7.000 Flüchtlinge, ohne Hygiene, notdürftige Kleinzelte, Schlamm, Ratten, Schlangen, 1 Arzt für 7.000 Menschen; Aufenthalt oft mehr als drei Jahre, darunter sehr viele Kinder.

 

„Not, Leid und Verzweiflung haben keine Nationalität. Und Glaube, Liebe und Hoffnung haben auch keine Nationalität“ sagte der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche Deutschland, Landesbischof Bedford-Strohm gemeinsam mit dem OB von Palermo Orlando erneut in einem eindringlichen Aufruf an die Regierungen, Parlamente und die Kommission der Europäischen Union.

 

Der AK Asyl Vaihingen und andere Arbeitskreise mit uns (z. B. Aurich, Kleinglattbach) wollen nicht länger untätig zusehen. Wir setzen uns für eine menschenwürdige Aufnahme und Unterbringung der Geretteten ein, um dann ein ordnungsgemäßes Aufnahmeverfahren zu ermöglichen. Wir wollen die Stadt Vaihingen dazu bewegen, sich zum "Sicheren Hafen" für aus Seenot geretteter Flüchtlinge zu erklären und dem „Städtebündnis Sichere Häfen“ beizutreten.

 

Vaihingen/Enz als „Sicherer Hafen“ 

  1. erklärt sich mit der Seenotrettung als Völkerrecht solidarisch und tritt weiterer Kriminalisierung entgegen.
  2. setzt sich für sichere Fluchtwege ein.
  3. erklärt sich bereit, Menschen aufzunehmen, die auf ihrer Flucht aus Seenot gerettet worden sind.
  4. tritt für die Gewährleistung eines ordnungsgemäßen Aufnahmeverfahrens ein.
  5. kooperiert mit anderen Städten (ca. 130), die sich zu sicheren Häfen erklärt haben.

 

Letztendlich müsste der Gemeinderat eine Entschließung in dieser Richtung verabschieden. Im Vorfeld geht es zunächst darum, diese Aktion in Vaihingen bekannt zu machen und dafür zu werben. Dazu werden wir in Kürze Aktionen starten, evtl. zu einer Fotoausstellung und einer Filmvorführung einladen. Details und Termine veröffentlichen wir rechtzeitig.

 

Sicherer Hafen Vaihingen an der Enz“ bedeutet also, sich für humane Flucht- und anschließend menschenwürdige Lebensbedingungen einzusetzen. Dafür bitten wir gemeinsam mit den anderen AKs um Unterstützung.

 

 

 

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