Schwäbisch-syrische Kooperation

Flüchtlinge bauen Schulzaun für die Grundschule Horrheim – Beim Vesper kommt es zu Kontakten

Erstellt: 22. November 2016

Schwäbisch-syrische Kooperation

Die Schulzaun-Schaffer nach getaner Arbeit; Zweiter von rechts Olaf Büscher vom Arbeitskreis Asyl in Vaihingen, daneben Christiane Müller. Fotos: p

 

Sie sind es gewohnt, dass man Zäune gegen sie baut, dass man ihnen auf ihrer Flucht Wege versperrt und die Grenzen nach Europa damit sichert. Jetzt haben die Flüchtlinge selber einen Zaun gebaut, auch einen zur Absicherung – und zwar des Schulgartens der Grundschule Horrheim.

 

 

Horrheim (ob). Die Grundschule Horrheim und der Bauhof der Stadt Vaihingen fragten beim Arbeitskreis Asyl an, ob man einen Auftrag für ein Projekt „Schulzaun“ annehmen würde. Der alte Zaun des Schulgartens war brüchig, Christiane Müller, kommissarische Schulleiterin, hatte von ihrer Vorgängerin zwar die Materialien für den neuen übernommen, aber leider keine Arbeitskräfte. Olaf Büscher vom Vaihinger Arbeitskreis Asyl: „Was lag da näher, als bei uns nachzufragen, denn erstens haben wir genügend kräftige Männer, die unbedingt arbeiten wollen und zweitens haben diese auch Zeit. Schulen muss man unterstützen. Und da der Bauhof dem AK Asyl schon häufig geholfen und unter die Arme gegriffen hatte, war es selbstverständlich, dass nun eine Gegenleistung angesagt war.“

 

Heinz Pechbrenner und Olaf Büscher, beide AK Asyl, übernahmen die Organisation, sorgten für genügend Arbeitskräfte (vier Syrer beziehungsweise Kurden), Transport und „Planung“. Werkzeug war vom Bauhof angeliefert worden und Petrus hatte ein Einsehen, stellte den Regen ab und sorgte für ein angenehmes Arbeitsklima. Es stand nichts mehr im Wege und mit deutscher Gründlichkeit konnte eine Einweisung in den Arbeitsauftrag erfolgen. Weiter als bis zur Erklärung, dass man den Zaun einfach abreißen könne, kam es aber nicht: Während der schönen Worte hatte der halbe Zaun schon sein ehemals standhaftes Dasein aufgegeben. Die Freude auf die Arbeit war so groß, dass einer sich nicht mehr zurückhalten konnte und schon vollendete Tatsachen geschaffen hatte. Die Pfosten waren herausgerissen, die Zaunlatten gelöst und Drähte abgekniffen. Die aufkommenden Bedenken, es würde jetzt ein Chaos entstehen, erwiesen sich aber als überflüssig. Reibungslos klappte die Zusammenarbeit, wenige Hinweise und Erklärungen reichten, und der neue Zaun nahm erste Formen an. Natürlich waren einige Steine im Weg, die „Vorarbeiter“ hatten zum Beispiel beim alten Zaun die Randsteine großzügig mit Beton eingearbeitet, aber es fanden sich immer Lösungen.

Wer gut arbeitet, braucht auch gute Verpflegung. Ohne jede Absprache mit dem Bauteam hatten die Elternbeiratsvorsitzenden und die Schulleiterin Kaffee, Tee, Wasser, Muffins und natürlich das schwäbische Grundnahrungsmittel bereitgestellt – die Butterbrezel. „Während der Vesperzeit kam es wie von selbst zu Kontakten und interessanten Gesprächen sowie Einladungen, doch mal zu den Flüchtlingen in die Wohnungen zu kommen“, berichtet der AK.

Trotz solcher Kräftigung stellte sich zum Schluss ein unüberwindliches Hindernis in den Weg. Die alten Torpfosten waren so solide einbetoniert, dass nicht einmal ein Vorschlaghammer sie überreden konnte zu weichen. Erst ein kurzer Anruf beim Bauhof brachte die Lösung: „Lasset’s, des macha mir.“ Presslufthämmer oder Spitzhacken sind im Zweifelsfall eben doch besser als Hämmer. Angesetzt für das Projekt waren sieben bis acht Stunden, und eventuell ein weiterer Nachmittag. Fertig war der Zaun nach vier Stunden. Die schwäbisch-syrische Kooperation hat funktioniert

 

 

 

 

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