Begegnungsnachmittag des AK Asyl Vaihingen mit starker Resonanz

 

Das große Büro in der Friedrichstr. 3 platzte schier  aus den Nähten. Der AK Asyl Vaihingen an der Enz hatte am Freitag, dem 25. September, zu einem Begegnungsnachmittag zwischen Flüchtlingen und allen Interessierten aus der Bevölkerung eingeladen und viele, viele kamen. Die Befürchtung der Vorsitzenden, Renate von Rotenhan, mit wenigen Leuten alleine den Nachmittag verbringen zu müssen, wich bald der Frage, ob die Getränke und vor allem die Stühle reichen. Das Interesse an der Situation der Asylanten in Vaihingen ist offensichtlich ungebrochen und nicht nur das Interesse, sondern auch die Bereitschaft, tatkräftig zu helfen und die Arbeit des AK zu unterstützen. Das zeigte sich schon beim Organisationstreffen am 17. September, bei dem sich neue freiwillige, ehrenamtliche Mitarbeiter einfanden, die künftig bei entsprechenden Anlässen mit anfassen werden.

Wie lebt es sich als Flüchtling in Vaihingen? Wie geht es den Familien hier? Und wie klappt es mit der Sprache – ist das nicht zu schwierig? Das Interesse am persönlichen Schicksal der Asylanten, ihrer Flucht, aber auch der Situation in ihren Heimatländern war groß. An diesem Tag konnten die Fragen erfreulicherweise nicht nur an die Mitarbeiter des AK gerichtet werden, sondern direkt an die Betroffenen. Eine erstaunlich große Zahl von ihnen war der Einladung gefolgt, auch mit ihren Kindern, so dass die üblichen Hemmschwellen bald überwunden wurden und zahlreiche intensive Gespräche sich entwickelten. Zum Erstaunen vieler erwies sich die Sprachbarriere nicht als unüberwindlich, denn einige Flüchtlinge beherrschen die deutsche Sprache schon ziemlich gut, wenn nicht, hilft bisweilen Englisch oder Französisch weiter und schließlich gibt es eine Kommunikation, die international funktioniert: ein Lächeln und der Gebrauch von Händen und Füßen. Andere Flüchtlinge nutzten die Gelegenheit, das Angebot des AK Asyl zu diesem Thema näher zu erkunden. An zwei Nachmittagen in der Woche Deutsch zu lernen und zu Hause weiter arbeiten zu können, erschien ihnen offensichtlich so attraktiv, dass sie sich gleich anmeldeten – auch wenn klar wurde, dass es kein offizieller Sprachkurs mit Erwerb eines Zertifikats sein kann.

Der anschließend angebotene Film über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland, den eine VABO-Klasse (Berufsvorbereitung für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse) gedreht hatte, schilderte zwar eindrucksvoll deren Erfahrungen und Erfolge, aber auch Enttäuschungen – leider aber nur für das deutschsprachige Publikum, da er ohne Untertitel produziert war. Auf alle Fälle bewies dieser Nachmittag, dass Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch gewünscht und sinnvoll sind, weswegen er künftig als feste Programmgröße jeweils am letzten Freitag eines Monats angeboten wird.

 

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